Filme über kreatives Denken: Grenzen, die helfen
Filme, in denen der Held in harten Grenzen sitzt: Zeit, Raum und die Gegenstände, die gerade zur Hand sind.
Filme über kreatives Denken: Grenzen, die helfen
Teil zwei von sieben. Filme, in denen der Held in harten Grenzen sitzt: Zeit, Raum und die Gegenstände, die gerade zur Hand sind.
Der angespannteste Teil der Auswahl. Planen Sie den Abend entsprechend.
Apollo 13 / «Apollo 13» (1995)
Ein Unfall auf dem Weg zum Mond. Die Ingenieure am Boden schütten den Satz an Gegenständen, den die Besatzung hat, auf einen Tisch und bauen die Lösung nur daraus.
Themen: die Bestandsaufnahme der verfügbaren Mittel, Prioritäten unter Druck, kollektives Lösen einer Aufgabe ohne Recht auf einen zweiten Versuch, ruhige Professionalität als Arbeitsstil.
Nachklang: angespannt während des Sehens und sehr befriedigend danach. Einer der Filme, bei denen man das Ende kennt und trotzdem auf der Sofakante sitzt.
The Martian / «Der Marsianer – Rettet Mark Watney» (2015)
Ein Botaniker bleibt allein auf dem Mars zurück und löst die Probleme der Reihe nach: Wasser, Essen, Kommunikation, Transport.
Themen: die Zerlegung eines großen Problems in eine Kette kleiner, Humor als Halt, Improvisation mit wissenschaftlicher Grundlage, internationale Zusammenarbeit für einen einzigen Menschen.
Nachklang: erstaunlich leicht und lebensfroh für einen Überlebensfilm. Optimistisch, stellenweise komisch, hinterlässt einen Energieschub.
127 Hours / «127 Hours» (2010)
Ein Kletterer wird in einem engen Canyon von einem Felsen eingeklemmt. Er hat Wasser für einen Tag, ein billiges Messer und eine Videokamera.
Themen: das Durchgehen der Optionen bis ans Ende der Liste, Verleugnung und Annahme der Bedingungen, die Neubewertung der eigenen Autonomie, der Wert der Verbindung zu Menschen.
Nachklang: klaustrophobisch und körperlich unangenehm, zugleich mit einem starken Auftrieb ganz am Schluss. Einmal ansehen, vergessen wird man ihn nicht.
Cast Away / «Cast Away – Verschollen» (2000)
Ein Manager eines Transportunternehmens landet auf einer einsamen Insel mit einigen Paketen, die er nicht hätte öffnen dürfen.
Themen: die Umwidmung der Funktion eines Gegenstands, Zeit als Ressource und als Strafe, Einsamkeit und ein erfundener Gesprächspartner, die Rückkehr in eine Welt, die weitergezogen ist.
Nachklang: langsam, leise, mit großer Traurigkeit. An das Ende erinnert man sich meist häufiger als an die ganze Insel.
Locke / «No Turning Back» (2013)
Anderthalb Stunden, ein Schauspieler, ein Auto, eine Reihe von Telefonaten. Ein Bauleiter fährt über die Autobahn und steuert per Telefon die größte Betonage Europas.
Themen: die formale Beschränkung als Mittel, die Steuerung eines komplexen Prozesses per Stimme und Gehör, der Preis einer einzigen Grundsatzentscheidung, Ruf und Verpflichtungen.
Nachklang: hypnotisch und zurückhaltend. Ein Kammerfilm, der ohne ein einziges Ereignis im Bild trägt.
Gravity / «Gravity» (2013)
Eine Astronautin bleibt nach der Zerstörung des Shuttles im Orbit zurück, mit begrenztem Vorrat an Sauerstoff und Treibstoff.
Themen: das Ressourcenbudget als Grundlage jeder Entscheidung, Panik und ihr Preis, Orientierung im Raum ohne Halt, der Wille weiterzumachen, nachdem der Sinn verloren ging.
Nachklang: visuell überwältigend, beunruhigend, mit einem Gefühl der Erleichterung am Ende. Einer der Filme, bei denen die Empfindung wichtiger ist als die Handlung.
Nächster Teil: Besessen vom Handwerk.
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