Das Zeitalter des Vertrauens
Warum Wissen im KI-Zeitalter nicht mehr der wichtigste Vorteil ist.
Künstliche Intelligenz hat den Wert des Wissens verändert.
Jahrzehntelang beruhte die professionelle Bewertung oft darauf, was ein Mensch wusste: Algorithmen, Frameworks, Programmiersprachen und konkrete Werkzeuge.
Aber wenn Wissen sofort zugänglich wird, wird etwas anderes knapp.
Die Fähigkeit, Probleme zu lösen.
Und etwas noch Wichtigeres: Vertrauen.
Die Welt hat sich verändert
Künstliche Intelligenz ist zu einer riesigen Enzyklopädie geworden, die allen zur Verfügung steht. Sie hilft, Informationen zu finden, beschleunigt das Lernen, übernimmt einen Teil der Routinearbeit und erlaubt es, Probleme zu lösen, die früher viel mehr Zeit erforderten.
Das ist bereits eine neue Realität.
Und in dieser Realität beginnt sich die Art zu verändern, wie wir Menschen bewerten.
Wissen ist nicht mehr die knappe Ressource
Früher konzentrierten sich Interviews oft darauf, was ein Mensch wusste.
- Sortieralgorithmen;
- die Syntax einer bestimmten Programmiersprache;
- Details bestimmter Bibliotheken.
Heute verlieren solche Prüfungen allmählich ihren Sinn.
Wissen ist nicht mehr knapp.
Die knappe Ressource ist die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und Ergebnisse zu erzielen.
KI kann helfen, fast jede Information zu finden. Aber sie kann den Menschen nicht ersetzen, der versteht:
- welches Problem gelöst werden muss;
- welche Fragen gestellt werden müssen;
- wie das Ergebnis zu überprüfen ist;
- wie eine Lösung zu einem praktischen Ergebnis geführt wird.
Genau das wird zur echten beruflichen Fähigkeit.
Der Wandel in der Bewertung von Menschen
Der Fokus der Bewertung muss sich verschieben.
Die Hauptfrage ist nicht mehr nur, was ein Mensch bereits weiß. Die stärkere Frage ist, wie er Probleme genau jetzt löst.
Ein starker Profi ist heute jemand, der:
- Probleme klar formulieren kann;
- nach Lösungen suchen kann;
- Ergebnisse überprüfen kann;
- neue Werkzeuge schnell meistern kann.
Das Lerntempo hat sich verändert
Das Lerntempo hat sich dramatisch verändert.
Ein erfahrener Ingenieur kann mit einer neuen Technologie innerhalb von Wochen ein produktionsreifes Niveau erreichen. Was früher Monate oder Jahre dauerte, geschieht heute viel schneller, weil Informationen und Werkzeuge breit zugänglich sind.
Deshalb ist der bisherige Technologie-Stack eines Menschen nicht mehr das Hauptkriterium.
Etwas anderes zählt weit mehr.
Vertrauen
Ob man diesem Menschen vertrauen kann.
Menschen neigen dazu, Erfahrung zu übertreiben, die Geschichte vergangener Projekte zu vereinfachen und die Realität manchmal leicht zu ihren Gunsten zurechtzurücken. Das passiert in jeder Branche.
Mit der Zeit rückt ein sehr einfacher Satz von Faktoren in den Vordergrund.
- wie ein Mensch Probleme löst;
- ob man ihm vertrauen kann.
Diese beiden Kriterien werden fundamental.
Und das gilt weit über das Recruiting hinaus.
- Teams;
- Partnerschaften;
- Communities;
- Projekte;
- jede langfristige Interaktion zwischen Menschen.
Vertrauen als Infrastruktur
In einer Welt, in der Wissen fast sofort verfügbar ist, wird Vertrauen zur neuen Infrastruktur der Interaktion.
In letzter Zeit denke ich viel darüber nach, wie Vertrauen in der digitalen Welt transparenter und messbarer werden könnte.
Es gibt mehrere Ideen, wie sich das technologisch umsetzen ließe. Für Details ist es noch zu früh.
Ich arbeite diese Idee durch und werde sie bald klarer formulieren.
Aber eines ist schon jetzt klar.
In einer Welt, in der Wissen fast sofort verfügbar ist, zählt nicht nur, was ein Mensch weiß. Am meisten zählt, ob man ihm vertrauen kann.
Fortsetzung folgt.